Papiergeld.info

von Kai Lindman

 

geldbelege uckermarkAuch für diesen Katalog gilt, was für viele Arbeiten der letzten Zeit gilt: Wir können dankbar sein, dass sich ein engagierter Sammler die Zeit genommen und das Geld geopfert hat, einen Katalog zu seinem Sammelgebiet zusammenzustellen. Was hier zusammengetragen wurde, ist wenigstens auch später noch einmal nachzulesen, denn im Laufe der Zeit geht viel Wissen verloren, wie Heimatsammler immer wieder mit Bedauern feststellen müssen.

 

Die große Zeit des deutschen Notgeldes ist seit rund 100 Jahren vorbei. Das heißt, es gibt keine Zeitzeugen mehr, und schriftliche Aufzeichnungen sind oft genug aus Unkenntnis zusammen mit ganzen Sammlungen im Müll verschwunden. Was macht es dann schon aus, wenn der eifrige Sammler ein paar Fehler bei der Erstellung seines Kataloges gemacht hat, die bei ein wenig Mühe und der Hinzuziehung von Fachleuten vermeidbar gewesen wären?

 

Auch Thomas Krause sind eine Reihe solcher unnötiger Fehler unterlaufen. Am meisten bedauere ich, dass er DIN A5 als Format für seine Arbeit gewählt hat. Die Mehrzahl der Abbildungen sind deswegen nämlich - vor allem die von großformatigen Geldscheinen - zu Minibildern mutiert, auf denen man nur noch wenig erkennen kann. Verwirrend ist die Anordnung der Inhaltsinformationen. Die Liste auf Seite 3 gibt gerade die allernötigsten Hinweise. Erst wenn man sich durch das Anhang-Gewusel von „Schlusswort“, „Zum Inhalt“, „Bildquellen“ und „Literaturquellen“ hindurchgesucht hat, findet man einige der Angaben, die man gerne im Inhaltsverzeichnis gefunden hätte. A propos Anhang: Was Thomas Krause da alles zusammengetragen hat, ist erstaunlich und bemerkenswert, aber wie man sich dort zurechtfinden soll, wenn nirgendwo eine Inhaltsliste zu finden ist, vermag ich nicht zu verstehen.

 

In diesem Zusammenhang muss ich auch die vertane Chance der Seitenüberschriften erwähnen. Anstatt Hinweise zu geben, welches Thema und welcher Ort auf der jeweiligen Seite abgehandelt werden, lese ich 138 Seiten lang „Geldbelege der Uckermark“ und anschließend 20 Seiten lang „Anhang“. Da sind dann solche Oberflächlichkeiten wie die Angabe von unterschiedlichen Referenz-Katalogen bei wertbeständigem Notgeld kaum noch erwähnenswert. Natürlich habe ich mich gefreut, dass Thomas Krause meinen Lotterielos-Katalog auf Seite 171 nicht nur erwähnt und abbildet, sondern der Meinung ist, dass man „mittlerweile nach einer Neuauflage förmlich schreit“. Dumm nur, dass der geforderte Katalog bereits Anfang des Jahres erschienen ist.

 

Genug der Meckerei! Wie schon zu Anfang gesagt: Man kann es besser machen, aber es ist gut, dass der Katalog überhaupt erschienen ist, denn er enthält viele interessante Dinge und kann jedem Heimatsammler nur dringend empfohlen werden.

 

Thomas Krause, Geldbelege der Uckermark, 1. Auflage Schwedt/Oder 2018, 186 Seiten DIN A5, broschiert, viele farbige Abbildungen, 20 Euro