Papiergeld.info

von Kai Lindman

bühn staatspapiergeld sachsenMathias Bühn widmet sich schon seit vielen Jahrzehnten mit Akribie und Hingabe dem sächsischen Papiergeld. Dabei hat er unendlich viele bisher nicht in Katalogen verzeichnete Ausgaben und Varianten entweder als Originale zusammengetragen oder wenigstens die Informationen und, wo möglich, eine Abbildung in seinem privaten Arbeitskatalog erfasst. So ist im Laufe der Jahre eine kaum glaubliche Anzahl von Ausgaben zusammengekommen, die meines Wissens inzwischen mehr als 2000 DIN-A4-Seiten füllt. Daraus ergibt sich ein Problem, das nur schwer zu lösen ist: Wer kauft ein derart umfangreiches Werk, wenn er nicht ein begeisterter Sachsen-Sammler ist? Und davon gibt es leider nicht so viele.

Nach jahrelangen Gedankenspielen und intensivem Suchen nach einer Lösung hat Mathias Bühn eine Teillösung gefunden: Er hat alle staatlichen Banknoten und Notgeldausgaben Sachsens in einem Spezialkatalog zusammengefasst, der mit 47 DIN-A4-Seiten ein absolut benutzerfreundliches Format hat. Der Katalog zeigt viele bisher selten oder gar nicht publizierte Geldscheinraritäten in guten Farbabbildungen, die eigentlich nur einen Nachteil haben: Sie sind zu klein! Die wenigen zusätzlichen Seiten hätten den Katalogpreis kaum erhöht und das zusätzliche Gewicht wäre auch leicht zu tragen und zu ertragen gewesen. Da hilft auch die vorbildliche Angabe der Scheingrößen in Millimetern nur wenig.

Bisher gab es als neueres Standardwerk für die altdeutschen Scheine nur den Papiergeld-Spezialkatalog von Albert Pick und Jens-Uwe Rixen. Vergleicht man die beiden Werke, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Eine derartige Fülle an Informationen und Varianten hätte man wohl auf keinen Fall erwartet. Nicht ganz so gewaltig fällt der Vergleich bei den Inflations- und wertbeständigen Scheinen aus, die entsprechenden Vergleichskataloge sind aber auch sehr viel neuer und vollständiger.

Gut gelungen scheinen mir die Bewertungen zu sein. Interessant sind vor allem die unterschiedlichen Einschätzungen der vielen Varianten, die bisher sehr pauschal mit Einheitspreisen erfasst worden waren. Mit zwiespältigem Vergnügen habe ich mich mit dem umfangreichen Textteil zu Beginn Katalogs beschäftigt. Das, was da in Vorwort, geschichtlichem Hintergrund und Benutzungs-hinweisen dargeboten wird, ist ausführlich, wichtig und richtig. Dennoch war das Vergnügen arg gemindert, fanden sich doch schon in den ersten beiden Abschnitten des Vorwortes (neun Zeilen und ein Wort) insgesamt sechs Zeichensetzungs- und Grammatikfehler. Eine Kontrolle des Textes vor dem Drucken hätte hier sicher Einiges geradegerückt und so dumme Fehler wie „dass“ und „daß“ nur wenige Zeilen auseinander wären nicht passiert.

Dennoch ist der Katalog uneingeschränkt zu empfehlen, die Einleitung kann man sich ja schenken. Allerdings – fünf Euro Versand sind schon ein gewaltiger Happen, wenn die Post nur 1,55 Euro verlangt!

 

Mathias Bühn – Das Staatspapiergeld von Sachsen 1772 - 1945, Dresden, 1. Auflage 2020, 18 Euro + 5 Euro Versand