Papiergeld.info

von Kai Lindman

lippisches notgeld

Mehrere Jahrzehnte hat Lothar Weiß lippisches Notgeld gesammelt. Schon nach wenigen Jahren fasste er den Beschluss, seine Erkenntnissse zu einem umfassenden Handbuch zu verarbeiten. Die Tücke des Objekts und die Wechselfälle des Lebens verhinderten aber immer wieder die Fertigstellung des Werkes und so blieb es bei einer 2007 erschienenen Broschüre über lippische Marken und einige Gutscheine. Dennoch arbeitete Dr. Weiß unermüdlich an seinem Handbuch, trug Scheine, andere Belege und Informationen zusammen und kontaktierte zu diesem Zweck immer wieder Sammler, Museen und Fachleute. Wir haben bei diversen Gelegenheiten so manches Gespräch miteinander geführt und fast immer nahmen wir neue Erkenntnisse mit nach Hause. Bevor also das Hauptwerk über das lippische Notgeld fertig war, verstarb Lothar Weiß und seine Sammlung und die Aufzeichnungen blieben unvollendet, bis sich die Sammler Dieter Pitt und Helmut Mönnig mit dem Einverständnis und der Unterstützung von Dr. Weiß´ Witwe daran machten, die Arbeit zu beenden und für interessierte Heimat und Notgeldsammler zu veröffentlichen. Seit Ende des letzten Jahres liegt das Buch nun vor, 195 DIN A4-Seiten, prall gefüllt mit Abbildungen und Informationen über lippische Geldgeschichte, darunter vieles, was bisher nicht bekannt war. So haben die beiden Herausgeber die Broschüre aus dem Jahr 2007 ergänzt und erweitert und als zweiten Teil des Handbuches ab Seite 150 mit abgedruckt.


Leider kommt es dadurch zu einigen Überschneidungen, weil man Ausgaben sowohl im ersten wie auch im zweiten Teil findet. Das Erschließen des Handbuches wird für Sammler auch dadurch erschwert, dass es kein Inhaltsverzeichnis gibt. Interessierten Sammlern, die mit dem Buch ernsthaft arbeiten wollen, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich selbst eines anzufertigen. sonst vertut man endlose Zeit mit Suchen. Sehr unglücklich ist der Layout-Fehler, der sich von Seite 14 ab durch das ganze Buch zieht: Durch ein Versehen sind die ersten ein bis vier Zeilen, mit denen eigentlich eine Seite neu beginnen sollte, jeweils ans Ende der vorhergehenden Seite gerutscht. Da aber wenigstens die Reihenfolge des Textes gewahrt blieb, kann man sich mit ein wenig Geduld daran gewöhnen. Sehr ungewöhnlich und etwas schwierig zu lesen sind alle Einleitungs- und Erläuterungstexte, weil sie - entgegen dem sonst üblichen Verfahren - nicht linksbündig oder im Blocksatz, sondern zentriert angeordnet sind. Abgesehen von den Unzulänglichkeiten besticht das Werk durch die ungeheure Fülle der Informationen und durch die vielfältige Menge bisher unbekannten Marken, Scheine und sonstiger Belege. Für Lippe-Sammler ist das Buch ein unbedingtes Muss und alle anderen finden hier interessante Informationen, die weit über den lippischen und westfälischen Bereich hinaus nützlich sein können.

 

Dr. Lothar Weiß, Lippisches Notgeld 1916 - 1923 + 1945, neu überarbeitet von Dieter Pitt, ohne Ort 2017, Hardcover, 195 Seiten DIN A4, mehrere Hundert farbige Abbildungen, 25 Euro Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!