Papiergeld.info

von Ulf Lehmann

 

K. Schwanicke war der oder die Grafiker/in, welche/r mindestens fünf Vorlagen für Not-geldscheine im August 1923 schuf. Gedruckt wurden die Scheine im Gummidruckverfah-ren in der Druckerei Curt Ziehlke in Liebenwerda. Diese Druckerei mit etwa 100 Beschäftigten übernahm neben der Herausgabe des Liebenwerdaer Kreisblattes diverse Druckaufträge, unter anderem den Druck von Notgeldscheinen im Kreis Liebenwerda und darüber hinaus. Eine Familie Schwanicke ist heute in Bad Liebenwerda unbekannt und auch zeitgenössische Adressbücher entbehren dieses Namens. Benutzt man das deutschlandweite Telefonbuch findet man aktuell lediglich 14 Einträge zum Namen Schwanicke. Bereits vor Jahren hatte ich alle Namensträger angeschrieben, leider ohne Erfolg. Es ist zu vermuten, dass unser Schwanicke eine/r jener wandernden Künstler/innen war, welche sich in den Inflationsjahren ihr Brot in der Fremde verdienten. In den Liebenwerdaer Heimatkalendern und für anderen hiesige Notgeldscheine dieser Jahre finden wir unterschiedliche Illustratoren, allesamt ohne Liebenwerdaer Wurzeln. Wo kam sie/er nur her, diese/r Schwanicke?

 

schwanicke 1Abbildung 1: Landelektrizität G.m.b.H. Überlandwerk Liebenwerda in Falkenberg (Rückseite), gleiche Gestaltung der Scheine zu 500 Tausend, eine und fünf Millionen Mark (Keller 1469)

 

schwanicke 2 Abbildung 2: Vergrößerung des Künstlerzeichens

schwanicke 3Abbildung 3: Kreissparkasse Liebenwerda, 500 Tausend Mark (Keller 3260.a)

schwanicke 4Abbildung 4: Vergrößerung des Künstlernamens und -zeichens

schwanicke 5Abbildung 5: Vergrößerung des Künstlernamens und -zeichens auf dem Schein zu 1 Million Mark der Kreissparkasse Lieben-werda (Keller 3260.a)

 

Auf den Scheinen der Landelektrizität finden wir versteckt nur ein Künstlerzeichen, einen stilisierten Vogel (Schwan?). Diese Anonymität wurde für die Ausgabe der Kreissparkasse insoweit aufgegeben, als neben dem Vogel auch der Name der Künstlerin/des Künstlers erscheint. Doch leider sind wir, was die Identifizierung angeht, kein bisschen schlauer! Vielleicht weiß einer von Ihnen, liebe Leser, mehr. Über Hinweise freuen sich Autor und Redaktion.