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von Kai Lindman


Auch wenn zur Zeit der Verbrauch leicht zurückgeht, für viele Menschen auf der ganzen Welt gehört Bier einfach zum täglichen Leben dazu. Es soll sogar eine ganze Reihe von Menschen geben, die sich ausschließlich von Bier ernähren. Das funktioniert aber wohl nur, wenn einem das Bier auch schmeckt. Nun, heute, im Zeitalter der individuellen Craft-Biere, kann es nicht so schwer sein, den passenden Geschmack zu finden. Allerdings sind die „neuen“ Biere im Regelfall sehr viel teurer als die Massenprodukte, weshalb viele Leute bei ihren hergebrachten Sorten bleiben. Was aber tun, wenn die am häufigsten verfügbare Sorte einfach nicht (mehr) schmeckt?


In den 1920er Jahren scheint es in kleinen Orten nicht in jeder Restauration eine andere Biersorte gegeben zu haben, und so musste man seinen Ärger wegen des miesen Geschmacks des Bieres in seiner Stammkneipe entweder auf dem Weg zur Destille im nächsten Ort mit Bier eines anderen und - hoffentlich - besseren Geschmacks ablaufen, oder man machte ihm so Luft wie der Mensch, der seine Meinung handschriftlich auf einem Notgeldschein der von ihm missgeliebten Brauerei niederschrieb.

 

bier

 

Der wenig schmeichelhafte Text auf dem Schein lautet: Die Engelhardt-Giftjauche ist das scheußlichste Gesöff der Welt. Fünf Millionen GoldMark Belohnung zahlt Engelhardt-Brauerei Aktiengesellschaft demjenigen, der nachweist, das es ein schlechteres Bier gibt wie Engelhardt. Bocksche Hauptniederlage. Tonloch Lieskau. Na dann, Prost!

 

*Lieskau ist ein Ort vier Kilometer westlich von Halle/Saale. Das Tonloch ist die ehemalige Tongrube einer nahen Ziegelei.