Papiergeld.info

von Kai Lindman
Mäkitie
Mein Eindruck ist, dass es in Deutschland nur wenige Sammler gibt, die sich der Mühe unterziehen, ein relativ unbekanntes Gebiet zu sammeln, vor allem dann, wenn es keinen Katalog zum Abhaken dafür gibt. Dabei sind viele der Randgebiete weitaus bunter und interessanter als Banknoten. Das einzig Gute an dieser Situation ist, dass es überdurchschnittlich viele Sammler gibt, die dann häufig zu dem neuen Katalog greifen müssen und dem Verleger und dem Autor wenigstens am Anfang ein paar Einnahmen einspielen, die später fast nie mehr erzielt werden können.
Ob Mäkities Handbuch auch in diese Kategorie gehört, weiß ich nicht. Immerhin ist es bereits die zweite Auflage, und von der Qualität der Arbeit her hätte sie es verdient, zum Standardwerk zu werden.

Auch in einigen anderen Staaten wird schon seit vielen Jahren nach Katalogen gesammelt. In den Vereinigten Staaten gab es so etwas schon sehr lange, unter anderem von Roger Outing und Gary Snover, deren Kataloge auch für Mäkities Arbeit Grundlage und Inspiration waren. Die allerersten Artikel und Listen von Reiseschecks erschienen bereits 1906 in Deutschland über die Reiseschecks des Norddeutschen Lloyds (Dieser Artikel scheint aber keine Auswirkungen auf deutsche Sammler gehabt zu haben. Erst 1990 erschien ein neuer Artikel zum 100-jährigen Bestehen von Reiseschecks, und der wurde von einem Postbanker in der „Zeitschrift für den Postbetriebsdienst – Postpraxis“ veröffentlicht und war ganz sicher völlig korrekt, aber nicht dazu angetan, Sammler zur Beschäftigung mit Reiseschecks zu animieren.). Nach 1906 dauerte es dann bis 1921, ehe ein Artikel über die Reiseschecks des American Express erschien. Immerhin stammt der älteste erhaltene Reisescheck von dieser Firma und wurde von einem amerikanischen Europa-Reisenden am 5. August 1890 im Hotel „Hauffe“ in Leipzig in Zahlung gegeben. Heute ist diese Zeit aber vorbei, Scheckkarten haben den Scheck abgelöst, und Nachschub für Sammlungen zu finden wird immer schwieriger.

Während also Ausländer auch in Deutschland eifrig mit den neuen „Banknoten“ bezahlten und ihre Kinder zu Hause die übriggebliebenen Reisezahlungsmittel in ihre numismatischen Sammlungen steckten, war die Akzeptanz dieser „neumodischen“ Scheine in Europa relativ gering. In aller Welt dagegen wurden die Schecks überall gern akzeptiert. Mäkitie hat bis jetzt immerhin über 4000 verschiedene Reiseschecks von mehr als 80 Staaten zusammengetragen, und da er weiter sammelt, werden wir sicher bald die dritte, stark erweiterte Auflage in den Händen halten. Hoffentlich helfen ihm Sammler aus aller Welt auch weiterhin bei der Ergänzung der bisher erfassten Ausgaben, obwohl die Anzahl der verschiedenen Schecks der großen Reiseziele wie Großbritannien, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Skandinavien und neuerdings auch asiatischen Staaten kaum noch zu erfassen ist, da bald jedes Exemplar ein Unikat darstellt. Egal ob Sie Reiseschecks sammeln, ob Sie damit anfangen, oder ob Sie sich nur für das Thema interessieren: Mit dem Buch von Mäkitie haben Sie die richtige Wahl getroffen.

Ilkka Mäkitie – Catalogue of Traveller’s Cheques of the World, 263 Seiten DIN A4, überwiegend farbige Abbildungen, 2. Auflage, Helsinki 2020, 40 € inklusive Porto