Papiergeld.info

von Kai Lindman

geike ddrIn den 32 bisher produzierten Heften der papiergeld haben wir von der Redaktion, und alle Autoren, die bisher die Gelegenheit genutzt haben, ihr Wissen der Leserschaft mitzuteilen, sich darum bemüht, ihre Artikel so informativ und abwechslungsreich zu gestalten wie möglich.

Aber nicht nur das! Wenn man sich im Internet einmal die diversen Inhaltsverzeichnisse für die Zeitung anschaut, ist man – zu Recht – erstaunt über die Fülle der Themen, die bisher bearbeitet worden sind. Sicher, nicht jedes interessierte alle Leser gleichermaßen, und manchmal habe ich oder hat der Autor das Feld der möglichen Themen schon einmal sehr ausgeweitet und - immer voller Begeisterung – über Dinge berichtet, die kaum jemanden interessieren. Aber bisher haben Sie sich durchaus als wohlerzogene Leser erwiesen und sind uns brav auf die abseitigsten Pfade und zu den absonderlichsten Grabungsorten gefolgt.
Vielen Dank! Wir hoffen aber, dass es Ihnen irgendwie doch immer noch Spaß bereitet hat und Sie uns unseren Spleen verzeihen.

Diesmal allerdings ist das Thema der Publikation, an der ich mich abarbeiten darf, wirklich ziemlich weit vom Geldscheinsammeln entfernt; aber diese Entfernung mitzugehen lohnt sich in jedem Fall. Zwar werden Ossis immer wieder weise mit dem Kopf nicken und sagen: „Jawoll! Genau so war’s!“, und wir Wessis werden an vielen Stellen ungläubig den Kopf schütteln und sicher mehr als einmal sagen: „Die spinnen, die Ossis!“.
Beide Volksgruppen aber werden das Buch so schnell nicht wieder zur Seite legen und ihm vermutlich einen besonderen Platz in der Papiergeld-Bibliothek einräumen. Nur die wenigsten Abbildungen zeigen Geldscheine, aber der Wiedererkennungswert der abgebildeten Papiere und Gegenstände wird so manchen Ossi verträumt – oder wütend – an längst vergangene Zeiten erinnern, und so mancher Wessi wird fassungslos die Bilder betrachten, die Texte lesen und es nicht glauben können, wie es einst bei den Brüdern und Schwestern mit HO, Kaufhalle und Intershop zugegangen ist.

Nun hat sich der Autor bemüht, nur Selbsterlebtes zu berichten, und da er noch nicht zu den Uralten gehört, erstreckt sich sein Berichtzeitraum auf die 1970er und 1980er Jahre, was manchmal ein wenig schade ist, da man ja gerne auch über das erste Vierteljahrhundert der Republik so Einiges erführe.

Vermutlich haben sich diese Jahre und Verhältnisse im Grundsatz in vielen Dingen des Alltags nicht so sehr vom Berichtszeitraum unterschieden, aber sicher waren die Zeit vor dem Mauerbau und vor allem das erste Jahrzehnt danach doch noch anders als wir uns das vorstellen können.
So bleibt also nur die Bitte und die Hoffnung auf ihre Erfüllung, dass Rainer Geike noch einmal tief in die DDR-Geschichte hinabtaucht und uns mit einem ähnlichen Werk wie diesem an den frühen Jahren der DDR teilhaben lässt.

 

Rainer Geike, Geld und Preise in der DDR - Was bekamen wir für unser Geld?, broschiert, DIN A4, 130 Seiten, viele farbige Abbildungen, ISBN 978-3750452-02-2, VKP 24,95 Euro