Papiergeld.info

sammlung jonesvon Kai Lindman

 

Wenn man so viele Jahrzehnte Geldscheine sammelt, wie ich das tue, dann erwartet man eigentlich keine großen Überraschungen mehr, vor allem nicht, was die Literatur zu diesem Thema angeht. Im Laufe der Jahre haben sich gut 15 Regalmeter Bücher und Hefte aus drei Jahrhunderten angesammelt und von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es keine großen Unterschiede. Sicher, das eine Buch ist farbiger aufgemacht als das andere, dieses geht mehr in die Tiefe, wähend jenes die ganze Geschicht reichlich oberflächlich abarbeitet, ein Katalog bereitet die Notgeldgeschichte eines einzigen Ortes gründlich auf, ein anderer erfasst die Ausgaben eines ganzen Landes oder gleich des kompletten Staates; eine Arbeit listet die Scheine zu einem bestimmten Motiv auf, eine andere beschäftigt sich mit dem Entstehungsprozess einer Banknote, vom Entwurf und der Ausgabe, über die Umlaufzeit bis zum Einzug und der Vernichtung.

 

Es sind Tausende von Herangehensweisen und Tausende von unterschiedlichen Ergebnissen. Und doch: Irgendwie ähneln sie sich alle mehr oder weniger; irgendwie scheinen alle Autoren des gleichen Geistes Kind zu sein! Nur ganz, ganz selten findet sich eine Arbeit, die aus dem Einerlei der mehr oder minder informativen Bücher herausragt. Eine solche Perle ist mir mit dem Buch von Pete Jones in die Hände gefallen. Erstaunt und entzückt habe ich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchgeblättert, fasziniert von dem, was ich da zu sehen bekam. Seit diesem Tag habe ich immer wieder in dem Buch geblättert und meine Faszination ist nicht kleiner geworden.

 

Aus dem Eingangstext weiß ich, dass Pete Jones Fotograf ist, aber keine Geldscheine sammelt. Die Vorlagen für seine Bilder haben sich eher zufällig bei Auslandsreisen angesammelt, bis er ihren Reiz als Motive seiner Arbeit entdeckte. Vermutlich ist genau dies der Grund, warum dieses Buch so faszinierend anders ist als fast alle Fachbücher in meiner Bibliothek: Pete Jones ist kein Sammler! Er betrachtet die Scheine mit den Augen eines Künstlers und versucht uns, dem Betrachter, die verborgene Schönheit der Scheine vor Augen zu führen, und das macht er, indem er Motive der Scheine derart vergrößert, dass der Schein für den Betrachter seine Funktion als Zahlungsmittel verliert und nur noch eine spannende Grafik ist.

 

Seit ich dieses Buch habe, betrachte ich meine Geldscheine mit anderen Augen und es ist kaum zu glauben, was man so alles auf ihnen entdeckt. Ich kann jedem dieses Buch aus ganzem Herzen empfehlen. Ich versichere Ihnen: So haben sie Ihre Scheine noch nie gesehen!

 

 

Pete Jones, Die Sammlung Jones MAKRO MONEY - der schöne Schein, DIN A4 quer, 140 Seiten, viele farbige Abbildungen, ohne Ort 2013 www.makromoney.de - www.petejones.de