Papiergeld.info

von Kai Lindman

seipold sächsische bankGelegentlich macht der Zufall seltsame Spielchen. Kaum war der neue Katalog von Mathias Bühn mit den Staatspapiergeldausgaben von Sachsen erschienen, schon legte Siegfried Seipold mit Hilfe des DGW die 2. Auflage einer Spezialerfassung der Unterschriften der Scheine vor, die ausschließlich die Zuordnung der Serien zu den entsprechenden Signaturen der ausgebenden Beamten auflistet. Dabei geht es nur um die bei Grabowski (Das Papiergeld der deutschen Länder von 1871 bis 1948) unter den Nummern SAX 6 bis SAX 10 erfassten Scheine. Im neuen Bühn-Katalog haben diese Scheine die Nummern 0013.7 bis 0013.11. Die Seipold-Liste ergänzt nicht nur den Bühn-Katalog, sondern demonstriert auch, bis zu welchen Tiefen man als Spezialsammler in die Geheimnisse der Banknotenproduktion eindringen kann.

Oft genug veröffentliche ich hier in dieser Publikation irgendwelche Erkenntnisse aus meiner langjährigen Sammelerfahrung, nur um später festzustellen, dass sich keiner meiner Leser des Artikels entsinnen kann, und dass er auch niemanden interessiert. (Das sagen mir meine Freunde zwar nicht offen ins Gesicht, aber irgendwie hintenherum lassen sie es mich doch wissen.) Weil das so ist, kann ich sehr gut nachempfinden, wie es Siegfried Seipold mit seinen Arbeiten geht oder gehen könnte. Freundlicherweise haben einige DDR-Sammler ihr Interesse für sein letztes Opus gezeigt, als er sich mit den Plattennummern der DDR-Banknoten beschäftigt hat. Für die Sachsen werden sich – befürchte ich – noch weniger Sammler interessieren. Aber vielleicht – hoffentlich! – täusche ich mich da auch, denn in der letzten Nummer der DGW-Informationen (Heft 2020-1) kann Seipold immerhin 28 Nachträge aus vier Quellen zu seinem Heft melden.

Nachdem ich hier nun meine Hoffnungen und durchaus mitfühlenden Befürchtungen zur Akzeptanz der neuen Liste ausgebreitet habe, erlaube ich mir aber auch noch eine kurze Kritik zur Erscheinungsform der Seipoldschen Arbeit. Mensch, Siegfried! Was hast Du da wieder gemacht? Wie bei allen Produkten, die durch die erfahrenen Hände von Tatjana Schubert gegangen sind, ist an der technischen Ausführung nichts auszusetzen. Da stimmt alles! Aber die Seipoldschen Vorlagen lassen mich doch verzweifeln. Da hat er alle Informationen in ein Raster gezwängt, dessen gewaltigen Ausmaße nur im Querformat unterzubringen waren, was den Leser immer wieder zum Drehen des Heftes zwingt. Zudem war der Autor so sehr in sein Raster verliebt, dass er immerhin neun Seiten untergebracht hat, die nicht einen einzigen Eintrag aufweisen und auch nie aufweisen werden. Was für eine Platzverschwendung! Aber auch auf den Seiten, die Eintragungen aufweisen, sind immer wieder große Teile der Raster leer und werden auch nie gefüllt werden.

Also ein Katalog für echte Spezialisten und zur Freude der Papierhersteller. Statt auf 34 Seiten hätte man die Informationen ohne Platznot auch auf etwa 15 unterbringen können.

Siegfried Seipold, Sächsische Bank zu Dresden, 2. Auflage, 34 Seiten DIN A4, broschiert, Berlin 2020, 4,80 Euro