Papiergeld.info

von Michel Muszynski

 

10 pengö VS10 pengö RSEiner meiner Lieblingsscheine ist ohne Schwierigkeiten zu finden. Es ist ein ungarischer 10-pengő-Schein mit dem Datum 22. Dezember 1936. Andererseits ist dieser Schein doch ein bisschen seltener, weil er nämlich als Glückwunschkarte zu Neujahr von Albert Pick benutzt wurde. Mein Vater Maurice Muszynski und Albert Pick waren eng befreundet. Bei ihnen funktionierte ein perfekter Austausch! Der eine schickte einen Umschlag mit Scheinen, und sein Freund schickte einen Umschlag mit anderen Scheinen zurück. Das Prinzip war: Vertrauen und Ausgleich. Über die Jahre hinweg hatte jeder eine gute Vorstellung davon, was er senden konnte und was nicht. Solche Austauschverfahren sind doch hoch zu schätzen!

Mitte der
1970er Jahre hatte ich die Gelegenheit bei der Hypobank in der Theatinerstraße in München, ein winziges Teil der Geldscheinsammlung anzuschauen. Die Erklärungen gab Albert Pick, der damalige Kurator, selbst. Auch wenn ich keine grosse Erfahrung hatte, war es für mich wie ein Traum, einige unglaubliche Raritäten sehen zu können. Auch den anschließenden Abend bei Familie Pick werde ich nicht vergessen.

Zurück zum ungarischen Schein. Er war vom 15. Mai 1939 bis zum 6. Mai 1946 im Umlauf. Was konnte man im Mai 1946 für 10 Pengö bekommen? Wegen der Inflation buchstäblich gar nichts mehr. Endre Horváth war der Entwerfer, und das Mädchen auf der Vorderseite soll die Tochter eines Beamten der ungarischen Papiergeld-Druckerei sein. Die Rückseite zeigt eine Statue von Sankt Stefan. Dieses Kunstwerk kann man heute noch in Budapest im Halászbástya sehen.
sankt stefanNoch eines gefällt mir
an diesem Schein: er ist mehrsprachig. Tiz pengő – zehn Pengő – desat pengő – zece pengei – десет пен-говадесять пенгывов. Ich glaube, dass wir alle nicht vergessen sollen, dass je vielfältiger wir Bewohner der Erde sind, desto reicher (geistig gemeint) ist jeder. Das sollte ganz sicher auch in Ungarn gelten.