Papiergeld.info

Bögenvon Kai Lindman

 

Mich haben beim Sammeln von Geldschei-nen immer vor allem die Dinge interessiert, die vom Normalen abweichen. Deswegen findet sich in meinen Sammlungen ein überdurchschnittlicher Anteil von Musterscheinen, Probedrucken, Druckstöcken, Scheinen mit Druckfehlern, Fälschungen zum Schaden der Ausgabestellen, Farb- und Papiervarianten, Verpackungen und Werbeblätter. Mein besonderes Interesse galt aber von jeher Zusammendrucken, Bogenteilen und - vor allem - kompletten Druckbögen. Die Zahl der Informationen, die man größeren Druckeinheiten entnehmen kann, ist groß, und so manches Rätsel hinsichtlich der Varianten auf Scheinen derselben Ausgabe wurde erst bei der Untersuchung eines Druckbogens gelöst.

 

In der 44. Auktion der Firma Gärtner in Bietigheim-Bissingen wurden gleich zwei der be-liebten Serienscheinbögen von Ballenstedt (Lindman 59.a.1) angeboten, die in der letzten Zeit sehr selten zu sehen sind. Allerdings war ich sehr überrascht, als ich die Losbeschreibung las. Da stand, ich hätte im Serien-scheinkatalog einen Fehler gemacht, als ich die Größe des Bogens mit 42x5, 35x10, 12x25 und 10x50 Pf (insgesamt 99 Scheine) angegeben habe. In Wirklickeit hätten die Bögen die Aufteilung 30x5, 30x10, 10x25 und 10x50 Pf und damit nur 80 Scheine. Dieser Fehler sei bereits im Spezialkatalog P.U.Z. korrigiert worden. Dazu war im Auktionskatalog einer der beiden Bögen vorder- und rückseitig abgebildet. Leider konnte man aber die Bogenränder in den Abbildungen nicht sehen.

 

Ich war ziemlich perplex und fragte mich, ob mir tatsächlich ein derartiger Fehler unterlaufen sein könnte. Aber ich wusste, dass sich glücklicherweise einer der Ballenstedter Bögen in meiner Sammlung befindet, und damit war es ein Leichtes, meine Angaben zu überprüfen. Ich holte die Bogenmappe und schlug sie bei den Ballenstedt-Bögen auf. Und siehe da! Zu meiner großen Freude und Erleichterung stimmten meine Angaben. Die Bögen haben tatsächlich 99 Scheine und bei den in der Auktion angebotenen Exemplaren handelt es sich um beschnittene Stücke, was man gut an den fehlenden Bogenrändern erkennen kann!

 

Liebe Freunde bei Gärtner und P.U.Z.: Ihr müsst Eure Angaben wieder korrigieren. Ich hatte doch Recht - quod erat demonstrandum! (Was zu beweisen war!)