Papiergeld.info

von Kai Lindman

Knallstadt 1 

Leider ist es mir nicht gelungen, Knallstadt auf der Landkarte zu finden, deshalb kann ich die Scheine keinem Land zuordnen. Die Stadtsilhouette auf der Rückseite bietet ebenfalls kein landestypisches Erkennungsbild.

Auch die Ausgabestelle lässt sich aus den beiden Unterschriften „Schwarz“ und „Lehmann“ nicht bestimmen. Zwar gibt es mit dem „31. Februar 1929“ eine Datumsangabe, aber im Katalog des Notgeldes von 1924 bis 1944 konnte ich diese Ausgabe weder unter „Knallstadt“ noch unter „ohne Ort“ oder im Anhang entdecken.

Auch die Einlösungsbeschreibung finde ich etwas seltsam. Man erhält kein Geld, sondern nur Sachwerte, wobei sich mir die Frage stellt, ob ein „kräftiger Knall“ überhaupt ein Sachwert ist. So bleibt mir nur verbranntes Papier und darauf bin ich eigentlich nicht erpicht.

 

 Knallstadt 2  Knallstadt 3

 

Zwar gibt es zwei Varianten in der Druckfarbe, aber ich finde den Entwurf beider Seiten nicht gerade ansprechend, und dass dem armen Tier auf der Rückseite (Was soll das überhaupt sein? Ein Pferd, ein Esel oder gar ein Rindvieh?) ein Stück Papier über den Kopf geklebt wurde, macht die Sache nicht besser, sondern verschlimmert sie nur.

Alles in allem kann ich diesem Schein nichts abgewinnen und kann den Sammlern nur empfehlen, was unser Altmeister Dr. Arnold Keller schon vor 95 Jahren in Bezug auf die Serien-, Scherz- und Erinnerungsscheine, so-wie Spendenscheine und Bausteine geschrieben hat: Werft das Zeug weg!

 

Anmerkung:

Knallstadt 4

 

Vor allem in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren derartige Scherzscheine als Tischfeuerwerk bei Veranstaltungen sehr beliebt, wie das hier abgebildete Stück aus England zeigt, bei dem am Ende der schwarzen Linien - dem vorgesehenen Laufweg der Rennpferde und des glimmenden Papiers - jeweils ein mit Schwarzpulver getränkter, runder Aufkleber für den „Siegerknall“ sorgte. Der Schein wurde für den internationalen Markt - in diesem Fall speziell für deutschsprachige Staaten - hergestellt.

Da die meisten Scheine ihrem Zweck zugeführt wurden, sind unbenutzte Stücke heute selten.