Papiergeld.info

von Kai LindmanUkraine

 

Wir leben in goldenen Zeiten, zumindest wenn wir Banknoten sammeln und auf der Suche nach einem vernünftigen Katalog sind. Vorbei die Jahre, in denen man vergeblich auf die Fortsetzung des Katalogs „Banknotes of the World“ von George J. Sten mit Volume III vom Buchstaben „L“ ab wartete. Teil III ist nie erschienen!

 

Für Europa gab es wenigstens Albert Picks Katalog „Europa seit 1900“, aber die erste Auflage des Pick´schen „Standard Catalog of World Paper Money“ erschien erst Jahre später und - obwohl anfangs eine ungeheure Erleichterung für Weltbanknotensammler - stieß man doch bald an Grenzen, die den Wunsch nach speziellen Länderkatalogen schnell riesengroß werden ließ. Nur langsam füllten sich die Lücken, und je exotischer das Land, desto länger gab es keine brauch- oder erreichbaren Kataloge, die die Wünsche der Sammler erfüllten.

 

Ja, wir leben heute als Weltbanknotensammler in wahrlich goldenen Zeiten! Für fast alle Gebiete unserer Welt gibt es mittlerweile tolle neue Kataloge, häufig sogar in Sprachen, die man mit einem guten Wörterbuch zumindest sinnentnehmend bewältigen kann, wenn man sie nicht soundso beherrscht, und zudem gibt es ja reichlich Übersetzungsprogramme im Internet, die auch immer besser werden und gelegentlich sogar lesbare, sinnvolle Texte produzieren.

 

Meine neueste Errungenschaft auf dem Katalogsektor ist das neue Buch von Dmitri Kharitonov, der sich mit der Papiergeldgeschichte der Ukraine auseinandergesetzt und einen Katalog produziert hat, der im Bereich Banknoten kaum noch Wünsche übrig lässt.

 

Na klar, wie schön wäre das Buch im DIN A4-Format gewesen, damit man die Abbildungen nicht nur mit einer Lupe erkennen kann. Meine Augen streiken regelmäßig beim Katalogtext, wenn ich wieder einmal meine Lesebrille verlegt habe, und der bunten Reihe der Bewertungen hätte der Gebrauch eines Tabulators sicherlich gut getan, aber die durchgehende Zweisprachigkeit (russisch und englisch) macht den Katalog auch für Menschen verständlich, die Schwierigkeiten mit dem kyrillischen Alphabet und slawischen Sprachen haben.

 

Sehr angenehm finde ich die Nennung der jeweiligen Pick-Nummer, die den Abgleich mit dem Standard Catalog of World Paper Money sehr erleichtert. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum es eine Nummer 28A, aber keine 28B gibt. Auch hier wäre es doch - wie an anderen Stellen - ohne Probleme möglich gewesen, die Nummerierung einfach fortzuschreiben.

 

Alles in allem ist der Katalog aber eine sehr erfreuliche Neuerscheinung, die ich allen an der Ukraine Interessierten nur empfehlen kann.

 

 

Dmitri Kharitonov, Ukrainian Paper Money, 131 farbige Seiten im Format DIN A5 mit Hunderten von Abbildungen, ISBN 978-966-137-066-0, Bezug über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 25 Euro plus 7 Euro Porto.