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von Kai Lindman

 

Pick LexikonEines der wichtigsten Bücher für Papiergeldsammler ist das Standardwerk „Papiergeld-Lexikon“ von Albert Pick, dem vor einiger Zeit verstorbenen, weltweit bekannten Sammler und Autor. Bisher sind wohl drei Auflagen erschienen, die letzte 1992 im Battenberg (Gietl) Verlag, der aber zu meinem großen Erstaunen das Buch wohl nicht mehr im Programm hat. Ich befürchte, dass der Verlag die von Pick im Vorwort angekündigte vierte Auflage deswegen nicht mehr realisiert hat, weil der Abverkauf der dritten Auflage sich sehr lange hingezogen und der Verlag keine Marktchancen für eine neue Auflage gesehen hat. Es ist schade, dass immer noch so viele Sammler glauben, sie könnten auch ohne Literatur erfolgreich sammeln!

 

Allerdings bieten viele Antiquariate das Buch von geringen einstelligen Preisen aufwärts an, so dass man es jederzeit erwerben kann. Man sollte allerdings die wenigen zusätzlichen Euros ausgeben und die dritte, gründlich überarbeitete Fassung ordern, die doch erheblich mehr Informationen bietet als die älteren Auflagen aus dem Mosaik-Verlag und dem Falken-Verlag. Wer es aber gebraucht nicht mag, der kann auch eine neue Originalausgabe für 170 Euro über den größten Bücheranbieter im Internet beziehen.

 

Im Erscheinungsjahr der dritten Auflage war man drucktechnisch aber noch nicht so weit, dass man derart umfangreiche Bücher (330 Seiten im DIN-A4-Format mit mehreren hundert Abbildungen) in Farbe zu akzeptablen Preisen herstellen konnte. Doch sind die meisten schwarz-weißen Abbildungen qualitativ so aussagekräftig, dass man die gewünschten Informationen mühelos entnehmen kann. Natürlich hat sich in den 27 Jahren seit dem Abschluss der Bearbeitung des Lexikons vor allem politisch so viel verändert, dass die Bemerkungen zu den neueren Ausgaben diverser Länder völlig überholt sind. Gerade diese Informationen kann man sich aber relativ leicht im Internet zusammensuchen.

 

Anders ist es jedoch mit den Grundlagen der Papiergeldsammelei. Hier hat man im Lexikon alles schön beieinander, alphabetisch aufbereitet, leicht verständlich beschrieben und erklärt. Zudem gibt es nur wenige Fragen, zu denen man keine Antwort oder wenigstens einen kurzen Hinweis findet. Sehr schade finde ich dagegen, dass der Autor auf ein Literaturverzeichnis verzichtet hat, wenn auch so manches Buch, aus dem er sein im Lexikon versammeltes Wissen geschöpft hat, heute längst durch ein neueres Werk ersetzt worden ist. Allerdings kann ich mich da Albert Picks im Vorwort geäußertem Wunsch nach einer umfassenden Papiergeld-Bibliografie nur anschließen!

 

Alles in allem ist das Lexikon immer noch - trotz der erwähnten Mängel - ein wichtiges Buch, das die große Mehrzahl der Fragen auch eines fortgeschrittenen Papiergeldsammlers erschöpfend beantwortet.

 

Albert Pick, Papiergeld-Lexikon, 3. Auflage, Regenstauf 1992, 330 Seiten DIN A4, mehrere hundert einfarbige Abbildungen, ISBN 3-924861-07-2