Papiergeld.info

von Kai Lindman

 

Keine schlechte Idee, die die Leute von der Epo-Film hatten, und mit der Beteiligung des Österreichischen und des Bayerischen Rundfunks sowie der Unterstützung durch das Land Tirol, den Zukunftsfond der Republik Österreich und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung umgesetzt haben. Viele Fragen zum Schwundgeld, die im Spielfilm weder angerissen noch erklärt werden, bekommt man hier recht ausführlich beantwortet, wenn auch noch manches für Laien unzureichend erklärt wird. Zumindest aber sieht man hier den Namen von Silvio Gesell nicht nur als Beschriftung auf einem Straßenschild, sondern auch als Urheber der Idee vom „rostenden“ Geld.

 

Während im Film nur in einem Nebensatz erwähnt wird, wie Unterguggenberger auf die Idee mit dem Schwundgeld gekommen ist, wird hier in der Dokumentation ausführlich auf die deutschen Wära-Versuche eingegangen und auch ein Wära-Schein gezeigt. Am wichtigsten aber ist die Erwähnung von Michael Unterguggenbergers Besuch in Schwanenkirchen, wo der einzige für kurze Zeit funktionierende größere Versuch mit Schwundgeld in Deutschland stattfand. Für sehr wichtig halte ich die Aussage, dass Unterguggenberger wohl wusste, dass das Schwanenkirchener Experiment kurz nach seinem Besuch auf Druck der nationalsozialistisch dominierten Regierung abgebrochen werden musste. Das zeigt einen wesentlichen Charakterzug Unterguggenbergers, der von der Richtigkeit der Idee überzeugt war und gegen alle Widerstände den Wirtschaftsversuch durchsetzte und ihn so lange am Leben hielt, bis er vom Gericht zur Beendigung verurteilt wurde. Besonders wichtig fand ich die Erklärung, was Arbeitsbestätigungsscheine überhaupt sind, wie sie funktionieren und wie sie aussehen, etwas, was im Film leider fast nicht vorkommt.

 

Unbedingt empfehlenswert!